Felix tritt dem Club des Cinglés du Mont Ventoux bei!

Einmal den Mont Ventoux erklimmen - was gibt es Schöneres? Na, 3 mal den Mont Ventoux erklimmen! Mit dieser großartigen Idee, manche mögen es auch Schnapsidee nennen, fuhr ich in meiner Urlaubswoche nach Bédoin in Frankreich.
Ziel war es, in den berühmten “Club des Cinglés du Mont Ventoux” aufgenommen zu werden. Dazu muss der Mont Ventoux nacheinander über alle 3 asphaltierten Hauptstraßen nach oben geradelt werden. Eine Stempelkarte begleitet und dokumentiert die “Journée Mémorable”. Weitere Infos zum Club gibt es hier: http://www.clubcinglesventoux.org
Clinglé ist französisch und bedeutet so viel wie Spinner oder Bekloppter. Was ich nicht nachvollziehen kann, denn ich finde die Idee weiterhin großartig. Hoch, runter, hoch, runter, hoch runter - was soll denn daran bekloppt sein? Aber egal...

Schon früh morgens brach ich auf, um Mistral und Mittagshitze so gut wie möglich zu entgehen. Der 1. Aufstieg von Bédion wartete mit 1599Hm und 21km auf mich. Die zuvor festgelegte Strategie, eine bestimmte Wattzahl nicht zu überschreiten, musste ich schon nach 6km verwerfen, weil ich bei der Steigung von über 12% sonst einfach umgekippt wäre. Oben angekommen genoss ich die Aussicht. Außer mir, einem weiteren Radler und viel starkem Wind gab es hier oben nichts. Deshalb stürzte ich mich direkt in die Abfahrt nach Malaucène. Runter ist viel einfacher!
In Malaucène holte ich mir den nächsten Stempel, füllte die Radflaschen auf und trat die 2. Herausforderung an. Wieder 21km, diesmal aber nur 1576Hm. 23Hm weniger - na, wenn das kein Kinderspiel wird! Mittlerweile schienen auch die anderen Radfahrer aufgewacht zu sein und auf der Straße war richtig was los. Zum 2. Mal oben angekommen traute ich meinen Augen nicht. Schätzungsweise 200 Leute standen auf dem Gipfel. Rennradfahrer, e-Bike Radler, Motorradfahrer und Wandergruppen tummelten sich hier und da. Es gab mehrere Souvenir Stände und eine Bude an der Süßigkeiten verkauft wurden. Auch professionelle Sportfotografen knippsten was das Zeug hielt. Wo ist nur diese Idylle von heute morgen hin? Ich trotzte der Süßigkeiten-Versuchung, holte meinen Stempel und fuhr hinab nach Sault, eine wirklich schöne Abfahrt. Der Aufstieg von Sault war im Vergleich zu den Beiden davor recht gnädig: 1214Hm auf 25km verteilt. Die ersten 18.5km davon rollten bei Steigungen zwischen 4-6% noch gut. Die fehlenden Kilometer bis zum Gipfel waren dann identisch zu denen vom 1. Aufstieg und teils nochmals richtig steil. Da hörte ich für einen kurzen Moment eine Stimme die leise fragte, ob diese Idee nicht doch eher bekloppt als großartig sei. Jedoch verschwand diese Stimme prompt also ich oben ankam und ich begriff mein Glück: der Stand mit Süßigkeiten war noch da. Yay!