Alpenüberquerung zum Lago Maggiore

Am 31.7.17 startete die gemeinsame Alpenüberquerung von Gerhard Baur und Klaus Zindel. Gerhards erster Versuch, mit seiner Frau zum Lago Maggiore zu fahren war vor Jahren in Bellinzona vom Regen vereitelt worden. Für Klaus ist es die erste Alpenüberquerung.
Von Überlingen ging es früh auf dem noch fast leeren Bodenseeradweg über Lindau ins Rheintal Richtung Chur. Auf kleinen Nebenstraßen fuhren wir entspannt und flott voran. Auch eine Reifenpanne an Gerhards Rennrad war schnell behoben und hielt nicht lange auf. Nervig und kräftezehrend war dann der föhnartige Gegenwind auf den 10 km auf dem Rheindamm zwischen Trübbach und Bad Ragaz, und so waren wir froh, nach gut 160 km im vor-reservierten Hotel in Chur anzukommen. Der Abend klang aus mit einem Abendessen und einer komödiantischen Theateraufführung auf einem Altstadtplatz und ein wenig Feuerwerk anlässlich des bevorstehenden Schweizer Nationalfeiertags.
Nach tiefem Schlaf und frühem Frühstück starteten wir zur eigentlichen “Bergetappe”. Von Chur ging es nach Bonaduz,, dann durch die Rheinschlucht, über  Versam, Illanz, Disentis/Mustér und den Lukmanierpass nach Olivone. Anfangs ging es trotz leichtem Anstieg zügig voran, bis im steilen Anstieg kurz unterhalb von Versam eine Wespe in Klaus’ offenen Mund flog, ihm im Hals stecken blieb und dort zustach. Wegen der zunehmenden Schwellung rief Gerhard die Schweizer Notrufnummer 144 und die schickten eine Ambulanz. Zum Glück bekam Klaus weiter Luft und bis die Sanitäter eintrafen, ging die Schwellung langsam wieder zurück. Die Angst wich der Zuversicht, dass es noch mal gut gegangen ist. Wir entschieden uns, weiter zu fahren und nach einer Pause in Versam setzten wir die Fahrt wie geplant fort.
In Disentis starteten wir nach einer längeren stärkenden Mittagspause kurz nach 15 Uhr zum Anstieg auf den Pass. Dieser zog sich über 20 km und 1000 Hm hin, war aber mit durchschnittlich 5% nicht besonders steil und anstrengend. Ein kurzes Wärmegewitter unterbrach unseren Drang zu Höherem nur für kurze Zeit und gegen 18 Uhr hatten wir es geschafft. Nach dem obligatorischen “Passfoto” ging es steiler über 14 km auf schlechter, ruppiger Straße bergab. Wir wurden die ganze Strecke durchgeschüttelt. Gerhards Rad fing ab 50 km/h unerklärlich an zu brummen und wir waren froh, als wir am Etappenziel in Olivone ankamen. Auch hier hatte Gerhard ein Zimmer reserviert, wir konnten also gleich duschen und auf der Terrasse beim Abendessen das nächste heftige Gewitter und ein paar kümmerliche Feuerwerksversuche zum Nationalfeiertag erleben.
Am nächsten Morgen strahlte die Sonne und wir genossen die flotte weitere Abfahrt auf guter Straße durch eine schöne Landschaft nach Bellinzona. Dort kauften wir die Bahnfahrkarten für die Rückfahrt am nächsten Tag und steuerten so wohlausgestattet auf den Lago Maggiore zu. Die Fahrt auf der Uferstraße war ein Genuss, das mediterrane Flair versetzte uns in Hochstimmung und in einem edlen ital. Restaurant direkt am Ufer ließen wir uns das Mittagessen schmecken und freuten uns über die schöne Aussicht.
In Maccagno, ca 5 km vor Luino erreichten wir unser endgültiges Ziel. Gerhard hatte noch Lust auf einen kleinen Abstecher nach Luino und Klaus auf ein Bad im See.
Am nächsten Tag ging es mit dem Rad zurück nach Bellinzona und mit dem Zug nach Überlingen. Ab Singen genossen wir die Bahnfahrt in übervollen Zügen und eine Dusche von der Decke wegen der wahrscheinlich defekten Klimaanlage. Entsprechend froh waren wir, in Überlingen auf dem Bahnsteig wieder an der frischen Luft zu sein und die letzten Höhenmeter nach Hause zu strampeln.
Gesamtlänge: 385 km, ca 3.000 hm